Kartografie und Kulturwissenschaften – zur Visualisierung des Raumes

Kartografie und Kulturwissenschaften – zur Visualisierung des Raumes

Ein Vortrag von Prof. Dr. Norbert Fischer, Hamburg

 
Landkarten repräsentieren die visualisierte räumliche Wahrnehmung bestimmter Gegenden. Diese Wahrnehmung ist nicht neutral, sondern unterliegt unterschiedlichen Interessen und deren historischen Wandel. Diese Interessen können politisch oder militärisch motiviert sein, aber auch Fragen der der wirtschaftlichen Nutzung oder der Infrastruktur spielen häufig eine Rolle. Mit ihren symbolischen Elementen spiegeln Karten nicht zuletzt – und dies steht im Mittelpunkt des Vortrags – kulturelle und mentalitätsgeschichtliche Perspektiven. Die kartografische Darstellung von Heidelandschaften zeigt bis ins 19. Jahrhundert Räume, die weitgehend ohne feste Grenzziehungen auskommen. Die historische Kartografie der Elbmarschen symbolisiert die überragende Bedeutung der Deiche. Als Moore kolonisiert wurden, entstand bei den Kartografen eine neue Sichtweisen auf diese Landschaften. Sie wurden nun nicht mehr als „wild“ und „archaisch“ dargestellt, sondern als eine durch Entwässerungsgräben und Wegenetz systematisch erschlossene und damit nutzbar gemachte Gegend.

Ein Vortrag im Rahmen der hgv [Hamburger Gesellschaft für Volkskunde e. V.] von Prof. Dr. Norbert Fischer, Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie.

WO Institut für Volkskunde/Kulturanthropologie | Universität Hamburg |Edmund-Siemers-Allee 1 (West) |20146 Hamburg
WANN Donnerstag, 29. Juni 2017 | 18.15 Uhr

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