Kulturlandschaftskataster in der Raumplanung
Informationssysteme zur Erfassung, Bewertung und Pflege urbaner Kulturlandschaft
Johannes M. B. Broermann
Band 104, 2012 ISBN 978-3-515-10366-4 € 59,–
Kulturlandschaften können eine starke Dynamik aufweisen. Kulturhistorische Werte zu erkennen und bei Planungsaufgaben angemessen zu berücksichtigen, stellt daher eine ständige Herausforderung dar. Ein kulturlandschaftliches Informationssystem erscheint dafür auch in urban geprägten Räumen als sehr gutes Werkzeug
Kulturlandschaft in der Raumplanung zeigt Verfahrensweisen und Methodenentwicklungen auf, wie sie für den Aufbau eines urbanen Kulturlandschaftskatasters als sinnvoll erachtet werden und entwickelt sie für Stadtplanungsprozesse weiter. Zahlreiche Institutionen können davon profitieren: außer der Raumplanung, der Denkmalpflege und der Wissenschaft beispielsweise private Investoren sowie Besucher und Bewohner.
Das Wissen um kulturhistorische Werte stärkt regionaltypische Landschaftsgestaltung und raumbezogene Identitäten und leistet einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität. Vorhandene Ansätze zum Kulturlandschaftsmanagement zeigen, dass eine Pflege und Profilierung von Kulturlandschaften auch unter wirtschaftlichen Aspekten möglich ist. Hamburger Erfassungsbeispiele ergänzen den Band.
1. Auflage 2012. XII, 317 S., 44 s/w Abb., 14 s/w Tab., 16 s/w Fotos., 50 farb. Fotos, 40 Karten, Kartoniert
Wer ist die Windenergieindustrie?
Sanierungsbedürftige Bauten sowie brachgefallene Flächen des Eisenbahnverkehrs prägen viele in Betrieb befindliche und ehemalige Bahnstrecken. Gründe hierfür sind oftmals mangelnde Ideen für eine nachhaltige Nutzung.
Die Studie bildet die bisherige Varianz an Entwicklungen ländlicher Siedlungen in Mecklenburg im Postsozialismus ab und zeigt damit exemplarisch die 1990 einsetzende Auffächerung der Entwicklungskorridore auf – unter Berücksichtigung des Einflusses bestehender raumwirksamer Wandlungen für Ort und Flur. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob lediglich Anpassungsprozesse an westdeutsche Bundesländer erfolgen, oder sich neuartige Strukturen abzeichnen. Darüber hinaus steht im Fokus des Interesses, ob Regelhaftigkeiten in der postsozialistischen Entwicklung für Ort und Flur konstatiert werden können. Es erfolgt eine differenzierte Betrachtung der gesamten Gemarkung, d.h. der kompletten Sieldungseinheit von Ort und Flur.
Wie entwickeln sich Hafenstädte städtebaulich? Spiegeln Waterfronts einen gesellschaftlichen Wandel wider? Welche Bedeutung haben sie für die Zukunft der Städte?
Der Fjellbirkenwald zieht seit Jahrzehnten das Interesse der Forscher auf sich. Als Laubwald an der üblicherweise von Nadelhölzern dominierten polaren und alpinen Waldgrenze stellt er eine vegetationsgeographische Besonderheit dar und bildet den Lebens- und Kulturraum der Sámi. Doch äußere Einflüsse wie Klimawandel, Überweidung, Holznutzung und Stickstoffeintrag verändern den Lebensraum erheblich. Insbesondere die Bestände der nährstoffarmen Standorte – die flechtenreichen Heidebirkenwälder – sind bedroht.
Die Arbeit betrachtet zunächst die Entwicklung von der deutschen Ostkolonisation bis zur vor 1800 einsetzenden Agrarrevolution, die durch agrarwissenschaftliche wie technische Neuerungen zu Veränderungen der Gutsanlagen führte. Im 20. Jahrhundert wurde insbesondere durch die Bodenreform 1945 eingegriffen. Mit der Kollektivierung ab 1952 begann die Rückkehr zu den alten Betriebsgrößen. Die Wiedervereinigung Deutschlands 1990 brachte die Auflösung der landwirtschaftlichen Strukturen der Planwirtschaft und machte die gleichzeitige Anpassung an die Marktwirtschaft wie auch die agrarwirtschaftlichen Vorgaben der Europäischen Gemeinschaft bzw. Union nötig. Bei der Privatisierung der Gutsanlagen fanden historische Aspekte und kulturlandschaftliche Belange oder wirtschaftliche Interdependenzen nur selten Berücksichtigung. Daraus erwachsende Nutzungskonflikte erschweren mögliche sinnvolle Verwertung und fördern den Verfall. Der Rückblick zeigt, daß die heutigen Probleme Nordostdeutschlands nicht neu sind. Die noch durch Gutsanlagen geprägte historische Kulturlandschaft des nordostwärtigen Mecklenburg könnte einem umweltverträglichen Tourismus als Ergänzung zur Landwirtschaft Impulse geben.