1169. Sitzung: Gletscherdynamik und Bewässerungsfeldbau: Sozio-Hydrologie im Nordwest-Himalaya

Im Rahmen der Vortragsreihe:
Geographie heute: Wirkungen von Extremereignissen und gesellschaftspolititschen Herausforderungen

Prof. Dr. Marcus Nüsser, Universität Heidelberg

Gletscherdynamik und Bewässerungsfeldbau: Sozio-Hydrologie im Nordwest-Himalaya

Der Bewässerungsfeldbau stellt eine zentrale Komponente der Lebenssicherung lokaler Gemeinschaften im nordwestlichen Himalaya und in den angrenzenden Hochgebirgen dar. Gletscher, Schnee und Permafrost bilden die natürlichen Wasserspeicher in diesem sozio-hydrologischen System. Klimawandel und sozioökonomische Veränderungen erfordern kontinuierliche Anpassungsmaßnahmen der Hochgebirgsbevölkerung. Auf Grundlage eigener Studien zur Gletscherdynamik und zum Landnutzungswandel werden neben den allgemeinen Entwicklungen auch lokale Besonderheiten aufgezeigt. In diesem Zusammenhang werden auch die „künstlichen Gletscher“ im nordindischen Ladakh diskutiert, die in den vergangenen Jahren teilweise als geeignete Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel dargestellt wurden. Weiterlesen

1170. Sitzung: Hitzewellen: Auswirkungen auf den Menschen und lokale Gegenmaßnahmen

Im Rahmen der Vortragsreihe:
Geographie heute: Wirkungen von Extremereignissen und gesellschaftspolititschen Herausforderungen

Prof. Dr. Wilhelm Kuttler, Universität Duisburg-Esseng

Gletscherdynamik und Bewässerungsfeldbau: Sozio-Hydrologie im Nordwest-Himalaya

Langanhaltende Hitze kann beim Menschen zu verstärkten Gesundheitsbelastungen führen. Anhand von Mortalitätsstatistiken wird der witterungsbedingte Anteil an den jährlichen Todesfällen in Deutschland untersucht. Analysen meteorologischer Zeitreihen ergeben, dass sowohl die Anzahl an heißen Tagen als auch die Dauer und Häufigkeit von Hitzewellen während der vergangenen Jahrzehnte zugenommen hat. Modellbasierte Untersuchungen im Rahmen des globalen Klimawandels weisen für die nahe und ferne Zukunft eine weitere Steigerung auf. Wärme und Hitze wirken sich jedoch nicht nur auf den Menschen direkt aus, sondern indirekt auch über eine Beeinflussung gasförmiger und partikulärer Luftinhaltsstoffe, die, bei hohen Konzentrationen, zum Beispiel in Städten, ebenfalls gesundheitsschädigende Wirkungen nach sich ziehen können. Im Vortrag werden zudem Maßnahmen genannt, die auf lokaler Ebene zu einer Reduzierung der thermischen und lufthygienischen Belastung führen. Weiterlesen

1171. Sitzung: Auf der Suche nach dem Gewaltraum: über eine alltagssoziologische Forschung in Kabul

Im Rahmen der Vortragsreihe:
Geographie heute: Wirkungen von Extremereignissen und gesellschaftspolititschen Herausforderungen

Prof. Dr. Teresa Koloma Beck, Universität der Bundeswehr München

Auf der Suche nach dem Gewaltraum: über eine alltagssoziologische Forschung in Kabul

Wie organisiert sich Alltag im Krieg? In wissenschaftlichen und außerwissenschaftlichen Debatten wird neuerdings häufiger die Metapher »Gewaltraum« bemüht, um die Zustände in Bürgerkriegsgesellschaften zu umschreiben. Der Vortrag berichtet von einer ethnographischen Forschung, die sich vor dem Hintergrund dieser Debatten mit dem Alltag in der afghanischen Hauptstadt Kabul beschäftigt hat. Dabei zeigte sich, dass Räume eine wichtige Rolle im alltäglichen Umgang mit dem Problem der Gewalt spielen, die Metapher vom »Gewaltraum« jedoch in die Irre führt. Der Vortrag erläutert, wie Menschen und Institutionen in verschiedenen Kontexten in ihrem Alltag Sicherheit herstellen und welche politischen und gesellschaftlichen Konsequenzen sich daraus ergeben. Weiterlesen

1172. Sitzung: Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Extremwetterereignissen in Deutschland

Im Rahmen der Vortragsreihe:
Geographie heute: Wirkungen von Extremereignissen und gesellschaftspolititschen Herausforderungen

Dr. Martin Döring, Universität Hamburg und Dr. Susanna Mohr, Karlsruher Institut für Technologie

Die gesellschaftliche Wahrnehmung von Extremwetterereignissen in Deutschland

Extremwetterereignisse wie Hagelschlag, Sturm oder Hitzewellen scheinen immer mehr zuzunehmen. Das Wetter, so hat es den Anschein, spielt immer öfter verrückt. Darum stellen sich sowohl Wissenschaftler als auch die Gesellschaft immer wieder die Frage, welche Rolle der Klimawandels dabei spielt und welchen Einfluss er auf die Auftretenswahrscheinlichkeit solcher Ereignisse hat. Jenseits dieser Fragestellung rückt unser Vortrag die konkrete gesellschaftliche Erfahrung mit Extremwetterereignissen ins Zentrum des Interesses. Er zeigt anhand einer sozialwissenschaftlichen Analyse, wie an exemplarisch ausgewählten Orten in Deutschland Extremwetterereignisse soziokulturell wahrgenommen, erklärt und in ihren Konsequenzen für den Menschen bewertet werden. Weiterlesen

1173. Sitzung: Demokratie auf dem Rückzug? Globale Fakten und Trends

Im Rahmen der Vortragsreihe:
Geographie heute: Wirkungen von Extremereignissen und gesellschaftspolititschen Herausforderungen

Prof. Dr. Anna Lührmann, Göteborgs Universitet

Demokratie auf dem Rückzug? Globale Fakten und Trends

Gewählte Regierungen erodieren weltweit demokratische Standards – von Budapest über Ankara bis Neu-Delhi. Geht das demokratische Zeitalter auf sein Ende zu? Die weltweit größte Datenbasis zum Thema Demokratie – Varieties of Democracy – gibt Antworten auf diese Frage. Die Analyse zeigt: Genau wie es voreilig war, nach dem Kalten Krieg das „Ende der Geschichte“ (Francis Fukuyama) auszurufen, sind wir jetzt weit entfernt vom „Ende der Demokratie“. Zwar lebt ein Drittel der Weltbevölkerung in Ländern, die weniger demokratisch sind als noch vor zehn Jahren. Allerdings sind diese Rückschritte graduell und reversibel. Gleichzeitig machen viele Länder nach wie vor demokratische Fortschritte – zum Beispiel Nigeria, Nepal und Tunesien. Weiterlesen

1174. Situng: Sozialer Wandel in europäischen Städten: Postmigrantische Urbanität

Im Rahmen der Vortragsreihe:
Geographie heute: Wirkungen von Extremereignissen und gesellschaftspolititschen Herausforderungen

Prof. Dr. Erol Yildiz, Universität Innsbruck

Sozialer Wandel in europäischen Städten: Postmigrantische Urbanität

In Wiener U-Bahnstationen brachte kürzlich ein Plakat die komplexe Beziehung von Stadt und Migration auf den Punkt: „Ach Wien, ohne uns Fremde, Migranten, Zugewanderte hättest Du weder Vergangenheit noch Zukunft.“ Zwar wird Mobilität allseits als Erfordernis unserer globalisierten Welt beschworen, transnationale Migration und Zuwanderung aber weiterhin mit Argwohn und Ablehnung begegnet. Jedoch entstehen neue urbane Räume durch Mischungen, die sich als Zwischenräume und Orte vorstellen lassen, an denen radikale Differenzen und Widersprüche aufeinanderprallen. Indem die Nachkommen der Zuwandererinnen und Zuwanderer ihre Migrationsgeschichte neu erzählen, neue Perspektiven aufzeigen, sich mit den Lebensbedingungen vor Ort auseinandersetzen, negative Zuschreibungen subversiv und ironisch umdeuten, schaffen sie zudem ihre eigenen urbanen Räume (Transtopien), in denen unterschiedliche, widersprüchliche, mehrdeutige, lokale wie grenzüberschreitende Elemente miteinander verknüpft werden und sich zu urbanen Strukturen und Kommunikationsformen verdichten. Transtopien sind Orte des Übergangs, an denen marginalisierte Akteure und Wissensarten ins Zentrum der Betrachtung rücken, privilegiert, zum Teil auch kultiviert werden, Orte, an denen herrschende Normen in Frage gestellt und eine andere urbane Selbstverständlichkeit erzeugt wird. Weiterlesen

Kolloquiumsreihe des Instituts für Geographie zum Thema: „Umgang mit Rechtspopulismus in Bildung und Lehre“

Die Kolloquiumsreihe wird am 01.11.2018 um 18 Uhr im Hörsaal 1 eröffnet mit dem Vortrag von Prof. Dr. Christof Parnreiter, Universität Hamburg:

 
Migration und Rassismus – zwei Strategien in globalen Verteilungskonflikten

In Deutschland und vielen anderen europäischen Staaten ist ein Erstarken rechtspopulistischer und rechtsradikaler Parteien und Bewegungen zu beobachten. Ihnen allen gemeinsam ist Rassismus, eine radikale Ablehnung von Zuwanderung, und die Strategie, soziale Konflikte zu ethnisch-kulturellen zu machen. Vor diesem Hintergrund analysiert der Vortrag Rassismus als eine Politik, die dazu dient, die auf Ausbeutung und ungleicher Entwicklung beruhende wirtschaftliche und soziale Hierarchisierung der Welt aufrecht zu erhalten und ideologisch zu rechtfertigen. Umgekehrt wird auch Migration im Kontext globaler Verteilungskonflikte untersucht: Sie ist historisch und aktuell gesehen eine millionenfach verfolgte Strategie, soziale Mobilität über individuell geographische Mobilität zu erlangen. Migrationsabwehr, ob durch die EU oder die USA, ob durch Mauerbau oder im Mittelmeer ertrinken lassen, dient also dem Ziel, die globalen Ungleichheiten zu zementieren und die wirtschaftlichen und sozialen Privilegien der Zentrumsländer zu verteidigen.

1168. Sitzung: Wohnungsbauoffensive versus Antigentrifizierungspolitik Bezahlbare Mieten: Hamburger und Berliner Wohnungspolitik im Vergleich

Im Rahmen der Vortragsreihe:
Hamburg und Norddeutschland

Christoph Twickel, Journalist und Buchautor, Hamburg

Wohnungsbauoffensive versus Antigentrifizierungspolitik Bezahlbare Mieten: Hamburger und Berliner Wohnungspolitik im Vergleich

 
01.02.2018

Zwei Stadtstaaten, die mit der Gentrifizierung kämpfen: Auch wenn die historischen, sozialen und wohnungsbaupolitischen Kontexte sehr unterschiedlich sind – die Hamburger und die Berliner Stadtregierung stehen vor ähnlichen Herausforderungen, was die Lage für Wohnungssuchende angeht: eine wachsende Stadt, ein boomender, wenn nicht gar überhitzter Immobilienmarkt, der für einen wachsende Teil der Bevölkerung nicht mehr bezahlbar ist. Wie gehen der rotgrüne Hamburger Senat und die rotrotgrüne Berliner Stadtregierung damit um? Während das Hamburger Konzept auf die Initiative der privaten Wohnungswirtschaft setzt, auf Verdichtung und milde Auflagen (Stichwort Drittelmix) agiert die Berliner Politik deutlich radikaler und eingriffsfreudiger: Rotrotgrün in Berlin setzt auf eine staatlich dirigierte Wohnungspolitik, man will mit einer „einkommensorientierten Richtsatzmiete“ die Wohnungskosten dämpfen und bringt ausgiebig das städtische Vorkaufsrecht in Anschlag, um die Spekulation einzudämmen. Was funktioniert besser: das Hamburger oder das Berliner Modell?

Ort Geomatikum, Hörsaal 1, Bundesstr. 55, 20146 Hamburg.
Zeit 18 Uhr bis 19.00, bzw. 19.30 Uhr.

Der Eintritt zum Vortrag ist kostenlos. Gäste sind herzlich willkommen!
Die Teilnahme geschieht auf eigene Gefahr.

1167. Sitzung: Der Hamburger Pflanzenatlas und die Flora der Großstadt Hamburg

Im Rahmen der Vortragsreihe:
Hamburg und Norddeutschland

Dr. Hans-Helmut Poppendieck, Universität Hamburg

Der Hamburger Pflanzenatlas und die Flora der Großstadt Hamburg

 
18.01.2018

Der Hamburger Pflanzenatlas bietet eine umfassende Übersicht über die Hamburger Pflanzenwelt. Die Datengrundlage von über 800.000 Datensätzen wurde überwiegend ehrenamtlich erarbeitet, und zwar im Rahmen der vom Botanischen Verein zu Hamburg seit 1995 durchgeführten floristischen Kartierung. Schwerpunkte des Vortrages bilden die Entwicklung des Artenkatasters, die Auswertungsmöglichkeiten der Datenbasis für unterschiedliche Fragestellungen, der Florenwandel im Rahmen der Geschichte der Großstadt, Seltenheit und Gefährdung der Hamburger Flora sowie aktuelle Vorhaben zur Weiterführung des botanischen Erfassung Hamburgs.

Ort Geomatikum, Hörsaal 1, Bundesstr. 55, 20146 Hamburg.
Zeit 18 Uhr bis 19.00, bzw. 19.30 Uhr.

Der Eintritt zum Vortrag ist kostenlos. Gäste sind herzlich willkommen!
Die Teilnahme geschieht auf eigene Gefahr.

1166. Sitzung: „Homeless City Hamburg“: visuell-geographische Perspektiven obdach- und wohnungsloser Menschen auf die Stadt

Im Rahmen der Vortragsreihe:
Hamburg und Norddeutschland

Katharina Schmidt, M.Sc., Universität Hamburg

„Homeless City Hamburg“: visuell-geographische Perspektiven obdach- und wohnungsloser Menschen auf die Stadt

 
07.12.2017

Das „Phänomen“ der Obdach- und Wohnungslosigkeit (OL&WL) in Großstädten ist weltweit verbreitet und wird spätestens seit den 1990er Jahre versucht, sozial- und stadtgeographisch unter dem Schlagwort „geographies of homelessness“ zu fassen. Homeless Cities werden darin als Ergebnis komplexer Geographien der Obdach- und Wohnungslosigkeit verstanden und sind dabei viel mehr als nur Verortungen von Hilfsstrukturen, Ergebnisse „spezieller“ Raumnutzungsstrategien oder Mechanismen sozialer Kontrolle in städtischen Räumen. Gerade visuelle Ansätze bieten sich an, Zugänge zu den Homeless Cities nicht nur zu eröffnen, sondern auch diverse Verschränkungen der Zusammenhänge im Alltag der Städte zu verdeutlichen und offenzulegen. Im Vortrag werden einige dieser Verschränkungen durch das Zusammenspiel zwischen Bild und Text anhand von fotografischen Perspektiven von ol&wl-Menschen auf die Stadt Hamburg aufgegriffen und diskutiert.

Ort Geomatikum, Hörsaal 1, Bundesstr. 55, 20146 Hamburg.
Zeit 18 Uhr bis 19.00, bzw. 19.30 Uhr.

Der Eintritt zum Vortrag ist kostenlos. Gäste sind herzlich willkommen!
Die Teilnahme geschieht auf eigene Gefahr.