„Affektivität und Mobilität. Überlegungen zu Verkehrswende als Triggerpunkt“
Vortrag im Hörsaal 7 des neuen MIN-Forums
Beginn: 18:15 Uhr
Die Art und Weise, wie man sich im Alltag im Raum bewegt, wird individuell meist rational
erklärt – Kosten, Geschwindigkeit, Dinge oder Personen, die man mitnimmt oder das Fehlen
von zuverlässigen alternativen Verkehrsmitteln. In der sozialwissenschaftlichen
Mobilitätsforschung werden hingegen die Dimensionen der sozialen Beziehungen, der
körperlichen Erfahrung und Affekte, die in und durch die Bewegung von Körpern im Raum
entstehen, betont. Die affektive Dimension von Mobilität wird besonders in öffentlichen und
medialen Diskussionen sichtbar, wenn es um Veränderungen in der Verkehrsordnung geht.
Schon die Einführung der Gurtpflicht in Deutschland in den 1970er Jahren ging mit einer
stark aufgeheizten medialen Diskussion einher. Im Kontext der Verkehrswende wird
regelmäßig über die Aufhebung von Parkplätzen in den Städten, ein Tempolimit auf
Autobahnen, aber auch Verspätungen der Bahn oder sog. Kampfradler*innen im
Straßenverkehr hochemotional gestritten.
Der Vortrag wird aus soziologischer Perspektive nach Affektivität von Mobilität und
Verkehrspraktiken fragen und deren gezielte Aufrufung in der gegenwärtig polarisierten
gesellschaftlichen Debatte um Verkehrswende und Nachhaltigkeitstransformation
diskutierten.