5. November 26 – Prof. Dr. Katharina Manderscheid, Universität Hamburg

„Affektivität und Mobilität. Überlegungen zu Verkehrswende als Triggerpunkt“

Vortrag im Hörsaal 7 des neuen MIN-Forums

Beginn: 18:15 Uhr

Die Art und Weise, wie man sich im Alltag im Raum bewegt, wird individuell meist rational
erklärt – Kosten, Geschwindigkeit, Dinge oder Personen, die man mitnimmt oder das Fehlen
von zuverlässigen alternativen Verkehrsmitteln. In der sozialwissenschaftlichen
Mobilitätsforschung werden hingegen die Dimensionen der sozialen Beziehungen, der
körperlichen Erfahrung und Affekte, die in und durch die Bewegung von Körpern im Raum
entstehen, betont. Die affektive Dimension von Mobilität wird besonders in öffentlichen und
medialen Diskussionen sichtbar, wenn es um Veränderungen in der Verkehrsordnung geht.
Schon die Einführung der Gurtpflicht in Deutschland in den 1970er Jahren ging mit einer
stark aufgeheizten medialen Diskussion einher. Im Kontext der Verkehrswende wird
regelmäßig über die Aufhebung von Parkplätzen in den Städten, ein Tempolimit auf
Autobahnen, aber auch Verspätungen der Bahn oder sog. Kampfradler*innen im
Straßenverkehr hochemotional gestritten.
Der Vortrag wird aus soziologischer Perspektive nach Affektivität von Mobilität und
Verkehrspraktiken fragen und deren gezielte Aufrufung in der gegenwärtig polarisierten
gesellschaftlichen Debatte um Verkehrswende und Nachhaltigkeitstransformation
diskutierten.

    Im Erscheinen: Band 110: Umsteigen in Hamburg?

    Umsteigen in Hamburg? Elemente der Verkehrswende in Metropole und Region

    Christoph Haferburg, Katharina Manderscheid, Thomas Pohl
    Band 110, 2026 (i.E.)
    ISBN: 978-3-515-14446-9 (Print)
    ISBN: 978-3-515-14448-3 (E-Book)

    Die Verkehrswende ist angesichts der Klimakrise, der Abhängigkeit von fossilen Ressourcen, gesundheitlicher Belastungen und des hohen Flächenverbrauchs eine akute Herausforderung für eine nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung. Künftig müssen Wege in Stadtregionen vor allem mit dem Umweltverbund statt mit dem motorisierten Individualverkehr zurückgelegt werden. Eine konsequente Verkehrswende stellt somit Alltagsroutinen infrage.

    Der Band widmet sich den aktuellen Entwicklungen der Verkehrswende in Hamburg und betrachtet diese aus der Perspektive der Verkehrs- und Mobilitätsforschung. Er zeigt, dass Ansätze der Transformation bereits erkennbar sind, beispielsweise im Ausbau von Radwegen, in einem verbesserten ÖPNV, in vermehrten Sharing-Angeboten und E-Mobilität sowie durch Mobilitätskonzepte für Neubauquartiere. Gleichzeitig gibt es in der Verkehrspolitik gegenläufige Signale, wie das Parkplatzmoratorium sowie Pläne zum Autobahnneubau – dies verdeutlicht, dass die Verkehrswende trotz ihrer Dringlichkeit nicht von allen relevanten Akteurinnen und Akteuren unterstützt wird. Der Band ordnet diese Entwicklungen anhand von Praxisbeispielen ein und informiert mit fachlich fundierten Erkenntnissen Politik, Planung und interessierte Öffentlichkeit.

    Ankündigung der Vortragreihe im WS 26/27 zum Oberthema „Städte in Bewegung – Mobilität, Klima, Stadtnatur“

    Alle Vorträge finden jeweils um 18:15 Uhr in H7 des MIN-Forums (Bundesstr. 56a) statt.

    5. November 26 – Prof. Dr. Katharina Manderscheid, Universität Hamburg
    „Affektivität und Mobilität. Überlegungen zu Verkehrswende als Triggerpunkt“

    19.November 26 – Prof. Dr. Christoph Haferburg, Dr. Thomas Pohl, Universität Hamburg
    „Hamburg auf dem Weg zur Fahrradstadt? Ein Bilanzierungsversuch“

    3. Dezember 26 – Prof. Dr. Peter Pez, Leuphana Universität Lüneburg
    „Radverkehrsförderung 3.0 – barrierefrei, netztransparent, digital. Erfahrungen aus einem BMV-Projekt im Modellvorhaben Rad (nicht nur) in Lüneburg“

    17. Dezember 26 – Torsten Melzer, BUKEA Hamburg
    „European City of the Trees – Das Hamburger Stadtbaummanagement“
    (anschließend vorweihnachtliches Beisammensein)

    14. Januar 27– Prof. Dr. Wilfried Endlicher, Humboldt Universität zu Berlin
    „Die Stadt im Klimawandel zwischen Hitzestress und Anpassung“

    28. Januar 27 – Prof. Dr. Benjamin Bechtel, Ruhr-Universität Bochum
    „Klima wandelt Stadt – and how do we know?“

    4. Februar 27 – Dr. Hans-Helmut Poppendieck, Universität Hamburg
    „Stadtnatur“
    (Vor dem Vortrag wird die Mitgliederversammlung der GGH stattfinden)

    Große Exkursion 2027: Mongolei – Faszination Wildnis und Nomadenkultur in Taiga, Steppe und Wüste

    Leitung: Prof. Dr. Udo Schickhoff (Universität Hamburg), Khishigdelger Enkhtur (Universität Bayreuth)
    Termin: 07.08.-28.08.2027
    Anmeldeschluss: 15.12.2026

    Eine erste Vorbesprechung zu dieser Exkursion mit detaillierten Informationen zur Organisation und zu den Programmpunkten findet am Dienstag, 08.12.2026, 18 Uhr in Raum 740, Geomatikum, Bundesstr. 55, 20146 Hamburg statt. Details zur Exkursionsplanung finden Sie im anliegenden PDF.

    Vorschau auf das Vortragsprogramm im WS 25/26

    Die Vorträge finden im Hörsaal 2 (Geomatikum, Bundesstr. 55) statt und beginnen jeweils um 18:15

    6. November 25 – Prof. Dr. Jürgen Scheffran, Univ. Hamburg
    Stadt-Land-Krieg: Geographie zwischen Klima, Krise und Transformation

    20. November 25 – Prof. Dr. Norbert Jürgens, Univ. Hamburg
    Biodiversität zwischen Klimakrise, Landnutzung und Schutzkonzepten

    4. Dezember 25 – Prof. Dr. Martin Kalinowski, Wien
    Atmosphärische Radioaktivitätsüberwachung für den Umfassenden Kernwaffenteststopp-Vertrag

    8. Januar 26 – Prof. Dr. Janpeter Schilling, RPTU Kaiserslautern-Landau
    Bedrohte Schutzgebiete: Die Reserva Extrativista Chico Mendes in Brasilien und die Reserva Manuripi in Bolivien zwischen Klimawandel, Goldabbau und Rinderhaltung

    22. Januar 26 – Olivier van Beemen
    Hey, weren’t they the good guys? – A critical look into conservation in Africa

    5. Februar 26 – Prof. Dr. Michael Succow, Greifswald
    Unsere Kulturlandschaft – Entwicklung und aktuelle Herausforderungen

    Das Dorf als politischer Ort: Politiken der Idylle und Mikrotopologien der Macht

    23. Oktober 2025 – Prof. Dr. Florian Dünckmann, Univ. Kiel

    Abschlussvortrag der Reihe aus dem WS 24/25: Die neue Politische Geographie von Stadt und Land

    Der Vortrag thematisiert die vielschichtigen politischen Dimensionen ländlicher Lebenswelten. Obwohl das Dorf oft als unpolitischer, idyllischer Ort wahrgenommen wird, zeigt sich, dass das Reden von der „ländlichen Idylle“ selbst einen tiefen politischen Gehalt hat. Gleichzeitig werden die lokalen Machtverhältnisse, Konflikte und Mikropolitiken in Dörfern sichtbar, die dem gängigen Bild des unpolitischen Landlebens widersprechen. Diese Spannung zwischen Idylle und Mikropolitik beleuchtet der Vortrag und untersucht, dass sich im Dorf verschiedene politische Narrative, Kräfte und Machtstrukturen überlagern.

    Geomatikum (Bundesstraße 55) H2; 18.15 Uhr

    Tagesexkursion – Nationaler Geotop Liether Kalkgrube

    Begeben Sie sich mit uns auf eine Zeitreise ins Perm

    In der Liether Kalkgrube können Sie Gesteinsschichten an der Erdoberfläche entdecken, die normalerweise in einer Tiefe von etwa sieben Kilometern liegen würden. Durch die Wirkung der Salzstocktektonik wurden Schichten des Rotliegenden und des Zechsteins an die Oberfläche gehoben und aufgefaltet.

    Bei einer rund einstündigen Führung erfahren Sie Spannendes über die Entdeckungsgeschichte der Grube, den geologischen Prozess der Salzstocktektonik in Schleswig-Holstein sowie über die geologischen Besonderheiten dieses einzigartigen Geotops.

    Die Führung wird von Mitgliedern des Liether Kalkgrube e.V. durchgeführt. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.lietherkalkgrube.de/.

    Um eine vorherige Anmeldung per Mail wird gebeten.

    Datum: Samstag, 05.07.2025

    Treffpunkt: 09:45 Uhr am Parkplatz an der Liether Kalkgrube, Heideweg 14, 25336 Klein Nordende (Google-Maps: https://maps.app.goo.gl/aZJxitgf8GmL5Tob9).

    Anreise PKW: (Reisezeit etwa 40 min) mit dem PKW aus Hamburg über die A23, Ausfahrt 15 Tornesch gut erreichbar. Biegen Sie bitte vom Heideweg rechts in die Straße Langengang ab und folgen Sie dieser bis zum Parkplatz. Verwenden Sie bitte, wenn möglich den Google-Maps-Link. Dieser führt Sie direkt zum Parkplatz (s.o.).

    Anreise ÖPNV: (Reisezeit etwa 60 min) Anreise von den Bahnhöfen Hamburg Altona, Hamburg Dammtor oder Hamburg Hauptbahnhof mit der Regionalbahn (Linien RE61/RE71, RE7/RE70) zum Bahnhof Elmshorn möglich. Nach einem kurzen Aufenthalt geht es von dort mit dem Bus (Linie 6504, Richtung Klein Nordende, Bauernweg) weiter zur Haltestelle „Klein Nordende, Sandhöhe“. Von dort sind es noch 1,4 km (ca. 15/20 min) Fußweg zur Liether Kalkgrube.

    Hinweise: Die Liether Kalkgrube ist nicht barrierefrei. Der recht steile Ab- und Aufstieg findet auf einem gut ausgebauten Schotterweg statt. Festes Schuhwerk wird empfohlen. 

    Tagesexkursion – Fischbeker Heide

    Wanderung durch die Fischbeker Heide

    Die Geographische Gesellschaft lädt zur Exkursion durch die Fischbeker Heide im Süden Hamburgs, einem der schönsten Naturschutzgebiete der Stadt. Auf der etwa vierstündigen Wanderung durch die zweitgrößte Heidelandschaft Deutschlands erkunden wir gemeinsam die Entstehungsgeschichte sowie die Tier- und Pflanzenwelt dieser spektakulären Natur- und Kulturlandschaft. Die Exkursion beginnt und endet am Fischbeker Heidehaus.

    Um eine vorherige Anmeldung per Mail wird gebeten.

    Datum: Freitag, 27.06.2025 (10:00 bis 14:00 Uhr)

    Treffpunkt: 10:00 Uhr am Fischbeker Heidehaus, Fischbeker Heideweg 43 a, 21149 Hamburg.

    Anreise: Die Anreise ist mit Fahrrad oder Auto problemlos möglich, ebenso wie mit dem HVV: Bus 250 bis Fischbeker Heideweg (Endhaltestelle); von dort noch etwa zehn Minuten Fußweg. Weiter Informationen zur Anreise: https://loki-schmidt-stiftung.de/fischbek

    Hinweise: Die Fischbeker Heide ist nicht barrierefrei. Festes Schuhwerk wird empfohlen.

    Vortragsprogramm im Wintersemester 2024/25

    Die neue Politische Geographie von Stadt und Land

    In den vergangenen Jahren haben geographische Vorstellungen von Stadt und Land eine Politisierung erfahren, die beispielsweise in Europa und Nordamerika zu Protestbewegungen geführt und Wahlentscheidungen beeinflusst haben.  Diese räumlichen Konfigurationen und Zuschreibungen bilden damit eine neue „innere Geopolitik“ (Lacoste) mit weitreichenden Einflüssen auf Meinungsbildung und Wahrnehmungen der politischen Landschaft. Das Vortragsprogramm der Geographischen Gesellschaft in Hamburg im kommenden Wintersemester will mit einigen Beiträgen diese Thematik näher beleuchten und vor allem den Stellenwert der Kategorien Stadt und Land im politischen Raum klären. Dabei soll der ländliche Raum im Vordergrund stehen, da dieser im bisherigen Diskurs mit Beschreibungen der Benachteiligung, des Abgehängtseins oder des Vergessens belegt wurde. Folgende Veranstaltungen sind geplant.Vortragsprogramm im WS 2024/25:

    5.12.2024 18:00 Geomatikum R. 740

    Die neue Politische Geographie von Stadt und Land: Einführung in die Vorlesungsreihe
    Prof. Dr. Jürgen Oßenbrügge, Univ. Hamburg

    Im Anschluss: Gemütliches Mitgliedergespräch mit Getränken


    9.1.2025 17:00 Geomatikum H1

    Mitgliederversammlung der GGH

    9.1.2025 18:15 Geomatikum H2

    „Provinzialität“: mit Adorno aufs Land
    Prof. Dr. Bernd Belina, Univ. Frankfurt

    Im Vortrag wird rekonstruiert, was Theodor W. Adorno unter „Provinzialität“ versteht: eine tendenziell in ruralen Räumen stärker als in urbanen Räumen verbreitete unreflektierte Geisteshaltung, die aufgrund der Vergesellschaftung auf dem Land bzw. aufgrund ideologischer Erinnerungen an ebendiese apodiktisch das Eigene gegen das Fremde und das Sesshafte gegen das Mobile setzt. Mit dieser Begriffsbestimmung werden ländliche Räume nicht mit Unreflektiertheit und Autoritarismus gleichgesetzt, es wird aber begründet, aufgrund welcher Vergesellschaftungs- und ideologischer Formen diese Defizite auf dem Land eher anzufinden sind als in der Stadt. Auch wird keine klare Trennung von rural und urban unterstellt, weil alle Räume und Vergesellschaftungsformen von der Tauschgesellschaft überformt sind. Abschließend werden im Vortrag Charakteristika des Landlebens heute und hierzulande identifiziert, die „Provinzialität“ befördern.


    30.1.2025 18:15 Geomatikum H2

    Das Dorf als politischer Ort: Politiken der Idylle und Mikrotopologien der Macht
    Prof. Dr. Florian Dünckmann, Univ. Kiel

    Der Vortrag thematisiert die vielschichtigen politischen Dimensionen ländlicher Lebenswelten. Obwohl das Dorf oft als unpolitischer, idyllischer Ort wahrgenommen wird, zeigt sich, dass das Reden von der „ländlichen Idylle“ selbst einen tiefen politischen Gehalt hat. Gleichzeitig werden die lokalen Machtverhältnisse, Konflikte und Mikropolitiken in Dörfern sichtbar, die dem gängigen Bild des unpolitischen Landlebens widersprechen. Diese Spannung zwischen Idylle und Mikropolitik beleuchtet der Vortrag und untersucht, dass sich im Dorf verschiedene politische Narrative, Kräfte und Machtstrukturen überlagern.