Das Meereis um Südgrönland 1777-2002
Börge Pflüger
Band 97, 2005 ISBN 3-515-08779-6 € 45,–
In der Diskussion über den Treibhauseffekt wird für die Polargebiete eine besonders deutliche Erwärmung vorhergesagt. Für die Polargebiete liegen aber, aufgrund ihrer Unzugänglichkeit und ihrer späten Erforschung, nur sehr spärliche Klimainformationen vor. In dieser Arbeit wurden Schiffslogbücher bzw. Schiffsjournale von Schiffen der Jahre 1777-1802 ausgewertet und die Eisverhältnisse Südgrönlands rekonstruiert. Für den Zeitraum 1820 bis 2002 wurden historische, teilweise unveröffentlichte Eiskarten des Dänischen Meteorologischen Institutes bearbeitet. So wurde eine fast durchgehende Eiskartenzeitreihe der Jahre 1777-2002 erstellt. Sie ist damit nach Island die längste Eis-Zeitreihe der Polargebiete. Diese weit über 1000 Karten umfassende Eiskartenzeitreihe ist dem Band zusammen mit den verwendeten Originalkarten auf einer Browser lesbaren CD-ROM beigefügt.
Aus dem Inhalt:
Polargebiete – Grönland – Meereis – Eisdrift – Klima – Klimageschichte – Klima-Zeitreihe
255 Seiten mit 123 Karten und Abbildungen (1 fbg.) und 25 Tabellen, 1 CD-ROM
Die ländlichen Siedlungsstrukturen in Estland werden in ihrer historischen Entwicklung aus siedlungs- und sozialgeographischer Sicht untersucht. Die estnische Kulturlandschaft wurde jahrhundertelang durch das Zusammenleben von deutschen Gutsherren und estnischen Bauern geprägt. Im Mittelpunkt stehen die Auswirkungen der Agrarreformen des 19. Jahrhunderts für die ländlichen Siedlungen, bei der die Veränderungen der Siedlungsstruktur durch Flurbereinigung und Streulegung der Dörfer anhand von Fallstudien aus ausführlicher Archivarbeit aufgezeigt werden. Die Agrarreformen hatten außerdem gravierenden Einfluß auf die soziale Ordnung auf dem Lande, da in diesem Zeitraum die Leibeigenschaft aufgehoben wurde und die selbständigen estnischen Landwirte eigenes Land erwerben konnten. Betrachtungen zum Miteinander zwischen Deutschen und Esten im eigenstaatlichen Estland der Zwischenkriegszeit, die siedlungsgeographischen Veränderungen der Sowjetzeit und die gegenwärtige Entwicklung der Landwirtschaft im jungen EU-Mitglied Estland runden die Untersuchung ab.
In dieser Arbeit wird erstmalig die Vegetation der Küstendünen, Spülsäume und Salzmarschen der drei Hauptinseln Neuseelands (Nordinsel, Südinsel und Stewart Island) einer synoptischen pflanzensoziologischen Untersuchung unterzogen. Nach Vorstellung der physiogeographischen Grundlagen, steht die Darstellung von insgesamt 21 Assoziationen und 35 Pflanzengesellschaften im Zentrum der Arbeit. Dabei werden floristische und standörtliche Verhältnisse ausführlich dargestellt und mit den Verhältnissen an der deutschen Nordseeküste verglichen. Über multivariate Analysen werden die Vegetationseinheiten statistisch abgesichert und mit den vor Ort gemessenen abiotischen Standortfaktoren in Beziehung gesetzt. Einen weiteren Aspekt bilden die großräumigen Vergleiche der Küstenvegetation mittels synsoziologischer Erfassungen. Neuseeland ist stark überprägt von eingeschleppten bzw. eingeführten Tier- und Pflanzenarten. Breiten Raum nehmen daher auch die Auswirkungen der florenfremden Pflanzenarten auf die heimische Küstenvegetation Neuseelands ein. Abschließend werden Aussagen zur Biodiversität der untersuchten Pflanzenbestände getroffen.
Ein digitales dynamisches Simulationsmodell (BOWA) zur Schätzung der Bodenwasserspeicherkapazität (BWSK) sowie die Möglichkeiten der flächenhaften Kartierung dieser Ergebnisse werden vorgestellt. Die Modellierungsläufe spiegeln die Veränderung der Vegetationszusammensetzung durch die jahrzehntelange Weidenutzung wider und lassen eine Gliederung des Untersuchungsgebiets in verschieden intensiv genutzte Teilräume zu. Die flächenhafte Kartierung der BWSK wird mit Radarfernerkundungsdaten bewerkstelligt, deren Ergebnisse durch eine Plausibilitätsstudie belegt wurden und die in sich konsistent und entsprechend kartierbar sind. Eine Kartierung der BWSK in schwer zugänglichen oder ausgedehnten Gebieten ist daher möglich. Diese Kenntnis ist insbesondere in semi-ariden Wirtschaftsräumen unter Weidebelastung von eminenter Bedeutung für die Beurteilung der nachhaltigen Tragfähigkeit.
Die Geographische Gesellschaft in Hamburg (GGH), die 1873 von bedeutenden hamburgischen Staatsmännern, Kaufleuten und Wissenschaftlern gegründet wurde, hatte in den ersten 45 Jahren ihres Bestehens ihre Blütezeit: Sie hat mehrere eigene kostspielige Expedition in alle Welt, v. a. nach Afrika, ausgesandt und zahlreiche weitere subventioniert. Da ihre Mitglieder zu einem großen Teil Kaufleute waren, haben diese Expeditionen nicht nur wissenschaftlichen, sondern auch kommerziellen Zwecken gedient. Zudem organisierte die GGH Vortragsveranstaltungen, gab eine eigene geographische Fachzeitschrift heraus und baute sich eine eigene Bibliothek auf.
Die Republik Irland gehört heute zu den erfolgreichsten Staaten der Europäischen Union. In Anlehnung an die südostasiatischen Tigerstaaten und die keltische Kultur wird die Republik bereits als „celtic tiger“ bezeichnet. Historisch und kulturell bedingte Restriktionen stehen aber – so die provokante These – einer dauerhaften und eigenständigen Regionalentwicklung entgegen. Diese Aussage wird am Beispiel von historischen Prozessen, einiger EU-Förderprogramme (LEADER), der fehlenden Konkurrenzfähigkeit vieler irischer Unternehmen und der wenig strategisch ausgerichteten Regionalplanung verdeutlicht und eindrucksvoll belegt.
Anfang des 19. Jahrhunderts vollendete Fürst L.F. Franz bei Wörlitz seinen frühen Landschaftsgarten englischen Stils, seit 2000 Weltkulturerbe. 1919 gründete Gropius das Bauhaus, welches 1925 nach Dessau umzog. Bereits 1933 geschlossen, wurde die Kunsthochschule 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. In seiner vom Bergwesen geprägten Region entwickelte das Bauhaus ab 1989 das Industrielle Gartenreich, eine moderne Erweiterung des Wörlitzer Gartenreichs. Einige Objekte des Industriellen Gartenreichs, z.B. Ferropolis, waren Korrespondenzprojekte der EXPO 2000. Etliche Bergbaubrachen bilden hochwertige Ökosysteme und Kulturlandschaften, die heute jedoch eilig geflutet werden. Vom Bauhaus ausgehend, wird die Geschichte und Gefährdung einer faszinierenden Kulturregion Deutschlands aufgezeigt.
Kroatien seit der Unabhängigkeit:
Für den vorliegenden Band wurden die Vorträge aus der Fachsitzung „Kulturlandschaftsforschung und Industriearchäologie“ neu bearbeitet und weitere Beiträge aus der zugehörigen Posterausstellung und dem Umfeld dieses aktuellen, interdisziplinären Themas integriert. An eine generelle Einführung schließen sich thematische Beiträge zum Umgang mit Kulturlandschaft und Industrierelikten in Deutschland, England, Schweden und den USA an.