„Wissen vom Fass“

„Wissen vom Fass“

In Hamburger Kneipen kann man heute auch Wissensdurst stillen

 

Heute Abend ist Premiere für eine völlig neue Art, Hamburger Wissenschaft kennenzulernen. Ab 18:30 werden etwa 30 Kneipen und Bars der Hansestadt zu Orten, an denen man auch seinen Wissensdurst stillen kann: Hamburger Naturwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler laden ein zu „Wissen vom Fass“. Eine Stunde lang erklären sie in geselliger Atmosphäre ihre Arbeit und diskutieren mit den Zuhörerinnen und Zuhörern.

Die Veranstaltung ist eine Initiative vom Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY und der Universität Hamburg. Sie steht unter der Schirmherrschaft von Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank. Der Eintritt zu „Wissen vom Fass“ ist frei.
Beschleuniger, Laser und Schwarze Löcher, Strings und Nanoteilchen, Proteine und Dunkle Materie oder Higgs und Quarks – etwa 30 Minuten lang werden die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anschaulich und allgemeinverständlich von ihrem Forschungsgebiet erzählen und die Gäste mit ihrer Leidenschaft für ihr Fachgebiet anstecken. Im Anschluss darf gefragt werden – zum Beispiel: Welche Rolle spielt die Wissenschaft in unserem täglichen Leben? Wozu braucht man Grundlagenforschung? Wie lebt es sich als Wissenschaftlerin oder Wissenschaftler?

„Hamburg hat phantastische Forscherinnen und Forscher, die mit großer Leidenschaft an ihren Themen arbeiten“, sagt Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank. „Wissen vom Fass präsentiert diese an Orten, an denen man es nicht wirklich erwartet, und verbindet so die Hamburgerinnen und Hamburger mit ihrer Wissenschaft.“

Universitätspräsident Prof. Dr. Dieter Lenzen ergänzt: „Die Idee unserer Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die Hamburger Bürger und Bürgerinnen so direkt an unseren Forschungsergebnissen und -entwicklungen teilhaben zu lassen, ist exzellent. Ich freue mich sehr und danke den Kollegen und Kolleginnen, die sich diese Mühe machen, und wünsche der Veranstaltung jeden erdenklichen Erfolg!“

DESY-Direktor Prof. Dr. Helmut Dosch, der selbst in einer Bar in St. Pauli auftritt, freut sich schon auf das Event: „Unsere Wissenschaftler freuen sich sehr darüber, ihre Arbeit den Menschen näherbringen zu können. Bei Wissen vom Fass treffen glühende Begeisterung und erfrischende Kaltgetränke in gemütlicher Atmosphäre aufeinander. Das ist eine ausgezeichnete Sache!“

Die Idee zu „Wissen vom Fass“ brachte Prof. Jan Louis vom II. Institut für Theoretische Physik der Universität Hamburg aus Israel mit. Am Weizmann-Institut für Wissenschaften in Tel Aviv ist die dortige Veranstaltung „Science on Tap“ bereits fest etabliert und ein großer Erfolg. „Wir wollen mit der Veranstaltung Menschen in einer unkonventionellen, lockeren Atmosphäre für Naturwissenschaft begeistern – und dabei ganz nebenbei aufzeigen, wie faszinierend, aber auch wie wichtig Forschung ist“, sagt Jan Louis. „Wissenschaft ist Teil unserer Kultur, genauso wie ein Abend im Theater oder der gesellige Austausch in einer Kneipe“, so Louis weiter. „Wissen vom Fass“ soll die Menschen dort erreichen, wo sie sich aufhalten, und so auch Menschen für Wissenschaft interessieren, die sich bisher noch nicht so intensiv mit ihr beschäftigt haben. Die Veranstaltung soll künftig einmal jährlich in Hamburg stattfinden.

Alle teilnehmenden Kneipen sowie weitere Informationen finden Sie unter WissenVomFass.de

Für alle, die gerne noch mehr Hamburger Wissenschaft erleben möchten, findet am 7. November 2015 die Nacht des Wissens statt. Informationen hierzu finden Sie unter HIER.

 

Fotoausstellung „Waterfront – Leben am Wasser“

Fotoausstellung „Waterfront – Leben am Wasser“

Christiane Repenning & Michael Priebe
ZBW – Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft, Hamburg

 

Ausstellung zweier Fotokünstler spiegelt die Begegnungen von Mensch und Wasser sowie die elementaren Gestaltungskräfte der Erde wider.

Der Fotograf und Buchautor Michael Priebe hat sich intensiv mit Formen und Farben von Eis auseinandergesetzt. In sensiblen und doch gewaltigen Bildern setzt er sich mit dem Ergebnis elementarer Kräfte der Erde auseinander, die in grönländischen Eisformationen Gestalt annehmen.

Die Fotografin und Wirtschaftsgeografin Dr. Christiane Repenning präsentiert Fotos und Foto-Art-Arbeiten aus der Serie „WATERFRONT 2015“, die sich mit dem Grenzraum Wasser/Land beschäftigen. Die Bilder machen Hintergründe und Geschichten des dort aktiven, wirtschaftenden Menschen, seine spirituellen Beziehungen zu Wasser und die intensiven Stimmungen für den Betrachter erfahrbar. Das Ausgangszentrum ihrer fotografischen Interpretationen ist Hamburg, es folgen Betrachtungen aus Amerika, Asien und Australien. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist Kuba, das Thema des Werkschaugesprächs sein wird, zu dem Peter Michael Schirrmann, Honorarkonsul der Republik Guatemala, erwartet wird.

Ausstellung           8.10. bis 31.12.2015
Ausstellungsort    ZBW, Neuer Jungfernstieg 21,20354 HH
Öffnungszeiten     9:00 bis 20:00 Uhr

 

Homepage zur Veranstaltung.

8. Hamburger Symposium Geographie: Biogeographie und Biodiversität

8. Hamburger Symposium Geographie: Biogeographie und Biodiversität

Wissenschaftliche Planung der Veranstaltung: Prof. Dr. Udo Schickhoff – Institut für Geographie, Universität Hamburg

 

Vor dem Hintergrund gegenwärtiger und zukünftiger Klima- und Umweltveränderungen kommt der Biogeographie eine ständig wachsende Bedeutung zu. Sie ist auf dem Weg zu einer ‚big science‘, gekennzeichnet durch zunehmend integrative und komplexe Forschungsansätze und -methoden, in immer größerem Umfang verfügbare Datensätze und Programme sowie durch interdisziplinäre Kooperationen. Ein aktuelles und hochdiverses Themenfeld der Biogeographie ist die Biodiversitätsforschung. Biodiversität umfasst die Vielfalt des Lebens auf der Erde. Sie bedeutet jedoch mehr als nur Artenvielfalt und schließt auch die Diversität der Gene, der Ökosysteme sowie die Diversität der Wechselwirkungen zwischen Arten und Ökosystemen ein. Der Verlust an Biodiversität – wir befinden uns gegenwärtig im sechsten Massenaussterben der Erdgeschichte – stellt eine zentrale Herausforderung für die Menschheit dar. Mit dem Aussterben von Tier- und Pflanzenarten gehen nicht nur Erbgut und artspezifische Merkmale verloren, sondern der Rückgang von Biodiversität beeinträchtigt meist auch die Ökosystemdienstleistungen, die für das Leben der Menschen von existenzieller Bedeutung sind. Eine Beschleunigung des Artensterbens wird durch den Klimawandel befürchtet, gleichzeitig gehen Möglichkeiten verloren, sich an zukünftige Auswirkungen des Klimawandels anzupassen. Im Mittelpunkt des diesjährigen ‚Hamburger Symposiums Geographie‘ stehen aktuelle Fragen der Biodiversitätsforschung, die in den Vorträgen zur Bedeutung von Biodiversität und zu Raummustern und Veränderungsprozessen in Insel-, Tiefsee- und Hochgebirgslebensräumen sowie in den Trockengebieten Afrikas thematisiert werden. Dabei soll – auch im Hinblick auf neue Unterrichtsinhalte – aufgezeigt werden, dass Biodiversitätsforschung heute weit mehr ist als akademische Inventarisierung, sondern darüber hinaus Grundlagen für planerische und politische Entscheidungen zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen bereitstellen kann. Abgerundet wird das Symposium am Samstag mit einer Exkursion durch die Ökozonen der Erde in den tropischen Gewächshäusern von Planten un Blomen.

 
Programm, Freitag, 20. November 2015
08:30 Uhr Registrierung
09:00 Uhr Grußworte
Prof. Dr. Susanne Rupp, Vizepräsidentin für Studium und Lehre, Universität Hamburg
Prof. Dr. Josef Keuffer, Direktor, Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung Hamburg
09:15 Uhr Begrüßung und Einführung Biogeographie und Biodiversität
Prof. Dr. Udo Schickhoff, Universität Hamburg
Gerd Vetter, LI Hamburg, BSB Hamburg
09:30 Uhr Biodiversität und Funktionalität – Gewährleistung ökologischer Dienstleistungen durch die Vielfalt der Natur
Prof. Dr. Carl Beierkuhnlein, Universität Bayreuth
10:30 Uhr Kaffeepause
11:00 Uhr Marine Biodiversität – Die Tiefsee im Fokus
Prof. Dr. Angelika Brandt & Dr. Torben Riehl, Universität Hamburg
12:00 Uhr Inseln als Modelle für Evolution – Zusammenleben und Schutz von Biodiversität
Prof. Dr. Jörg Ganzhorn, Universität Hamburg
13:00 Uhr Mittagspause
14:00 Uhr Vielfalt in Wüsten? – Biodiversität in Trockengebieten Afrikas
Dr. Jens Oldeland, Universität Hamburg
15:00 Uhr Kaffeepause
15:30 Uhr Hochgebirge: Hotspots der Biodiversität im globalen Wandel
Prof. Dr. Udo Schickhoff, Universität Hamburg
16:30 Uhr Biogeographie und Biodiversität im Unterricht
Gerd Vetter, LI Hamburg
17:00 Uhr Ende

 

Programm, Samstag, 21. November 2015
09:00 Uhr Exkursion: Ökozonen der Erde
Dr. Jan Wehberg, Geographische Gesellschaft Hamburg
Führung durch die tropischen Gewächshäuser in Planten un Blomen mit einer Einleitung in die Exkursionsdidaktik, einem illustrierenden Rundgang durch die dargestellten Ökozonen und einer  abschließenden Diskussionsrunde über Möglichkeiten  zur Umsetzung im Unterricht.
Die Exkursion thematisiert an konkreten Beispielen, wie Schülerinnen und Schüler für unterschiedliche Ökozonen der Erde sensibilisiert und welche spezifischen Probleme der Biodiversität in den unterschiedlichen Ökozonen adressiert werden können. Ziel ist es, eine direkte Umsetzung für den Unterricht gemeinsam zu erarbeiten.
11:30 Uhr Abschlussdiskussion
Gerd Vetter, LI Hamburg, BSB Hamburg
Prof. Dr. Beate Ratter, Universität Hamburg
12.00 Uhr Ende der Veranstaltung

 

 

Anmeldung und Teilnahme

Anmeldeschluss: 31.10.2015

Die Anmeldung erfolgt nach Eingang des Teilnahmebeitrages in Höhe von 12,-€ auf das unten angegebene Konto:

Deutsche Bundesbank Hamburg
IBAN                                DE19 2000 0000 0020 0015 33
BIC                                  MARKDEF1200
Empfänger                     Behörde für Schule und Berufsbildung
Verwendungszweck     2331000000350 GeoSym15 und Name des/der Teilnehmer_in

Hamburger Lehrkräfte bitte auch unter TIS-Nr.: 1514G1501 anmelden

Ort Universität Hamburg – Edmund-Siemers-Allee 1 – Gebäude WEST-Flügel, Raum 221 – 20146 Hamburg
 
 

Den Flyer mit weiteren Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

Große Exkursion: GALICIEN – Natur und Kultur zwischen Douro und „Strand der Kathedralen“

GALICIEN – Natur und Kultur zwischen Douro und „Strand der Kathedralen“

Prof. Dr. Frank N. Nagel

Route im Überblick: Porto (Lufthansa-Flug von Hamburg) – Vila Real (Palácio de Mateus) – Chaves – Las Médulas – Lugo – Ribadeo (Praia das Catedrais) – A Coruña – Cabo Fisterra (Costa da Morte) – Santiago de Compostela – Cangas – Nationalpark Illas Cies (Islas Atlánticas) – Baiona – Tui – Laias Calderia – Montforte de Lemos – Cañón de Sil – Nationalpark Peneda- Gerês (Portugal) – Porto (Rückflug nach Hamburg)

Die Exkursion beginnt in Porto mit einem Rundgang durch die malerische Altstadt ( UNESCO Weltkulturerbe) und einer “Sechs Brücken-Schiffsfahrt” auf dem Douro, gefolgt von einem Besuch des berühmten Weingutes Mateus bei Vila Real. Themenschwerpunkte im weiteren Verlauf sind die zahlreichen geologisch bedingten Thermalquellen in Nordportugal und Galicien (Pedras Salgadas, Chaves, Laias Caldarias), z.T. seit Römerzeiten bekannt. Die ehemaligen Goldminen von Las Medulas, die begehbare Stadtmauer von Lugo und das Wahrzeichen von A Coruña, der Leuchtturm „Torre de Hercules“ (alle Standorte Weltkulturerbe) gehen ebenfalls auf die Römer zurück. Das keltische (Castro de Viladonga) und abendländische Erbe (Pilgerwege nach Santiago de Compostela und das Zentrum der Pilgerstadt, ebenfalls Weltkulturerbe) spielen im nationalen galicischen Bewusstsein und in der Kulturlandschaft eine bedeutende Rolle. Die häufig stürmischen (und schon von daher wahrlich atemberaubenden) Küsten wechseln zwischen morphologisch äußerst eindrucksvollen Steilküsten mit Höhlen und Torbögen (galicisch: Praia das Catedrais oder das Augas Santas) im Norden, der Todesküste (Costa da Morte) im Nordwesten und den klimatisch freundlicheren Rias Baixas im Südwesten Galiciens. Hier gibt es zahlreiche ausgedehnte Strände und Sommer-Badetourismus, den Anbau erlesener Weißweine und viele landestypische Lokale, in denen Pulpo und insbesondere Muscheln aus der vorgelagerten intensiven Muschelzucht mit ihren künstlichen Inseln (Bateas – Schiffstour mit Erläuterung und Kostproben) serviert werden. Von Cangas aus werden als Tagestour per Schiff die so gut wie unbewohnten Nationalpark-Inseln Illas Cies angesteuert. Die dortige Playa de Rodas wurde im Jahre 2007 zum schönsten Strand der Welt gekürt. Über Baiona, Tui und Ourense geht es nach Montforte de Lemos, wo am Fluß Sil eine weitere Bootstour unternommen wird (großartiger Canyon mit terrassierter Weinbaulandschaft, Denominación Ribeira Sacra). Über den portugiesischen Penede-Gerês Nationalpark und den ländlichen, interessanten Grenzort Lindoso geht es zurück nach Porto.

Termin: 19.05. – 02.06. 2016 (Anmeldeschluss 15.12. 2015)

Kosten: pro Person € 2.200,– /EZ-Zuschlag € 400,–.

Leistungen: Hin-und Rückflug nach Porto, Busfahrt, Schiffsfahrten, Besichtigungen, Übernachtung im DZ mit Frühstück und Abendessen.

Anmeldung: über Frau Wichers, Geographische Gesellschaft Hamburg, Tel: 040/4101714, E-Mail: ggh@geographie-hamburg.de
Aus organisatorischen Gründen bitten wir um möglichst frühzeitige Anmeldung unter Nennung des Exkursionstermins (vereinfacht Exk. 1) und damit einhergehend um eine Anzahlung in Höhe von € 450,– (Rückzahlung bei Nichtzustandekommen).

Bankverbindung
Konto: Prof. Dr. Frank N. Nagel
Commerzbank Hamburg
IBAN: DE41 2008 0000 0402 5659 00

Mit der Anmeldebestätigung erhalten Sie weitere Informationen, auch über die Termine zur Restzahlung in 2016.

Die Exkursion wird zusammen mit der Freien Lauenburgischen Akademie für Wissenschaft und Kultur e.V., Wentorf, durchgeführt.

1157. Sitzung: Der Kampf um Land im Anthropozän und die Rolle der Umweltethik

Im Rahmen der Vortragsreihe:
Landwirtschaft und Ernährung

Prof. Dr. Konrad Ott, Universität Kiel

Der Kampf um Land im Anthropozän und die Rolle der Umweltethik

 
28.01.2016

Seit Jahrzehnten wird vor der zunehmenden Knappheit an fruchtbarem Land gewarnt. Dennoch wurde viel zu wenig getan, um die Landnutzung nachhaltig zu regulieren. Mittlerweile nehmen die Konflikte um Landnutzung weltweit zu, von denen auch der Naturschutz betroffen ist. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Situation, zeigt relevante Trends und Szenarien auf und fragt, welche Orientierungsleistungen der Ethik, der Nachhaltigkeitstheorie und der Gerechtigkeitsidee erfolgversprechend sind.

Ort Geomatikum, Hörsaal 1, Bundesstr. 55, 20146 Hamburg.
Zeit 18 Uhr bis 19.00, bzw. 19.30 Uhr.

Der Eintritt zum Vortrag ist kostenlos. Gäste sind herzlich willkommen!
Die Teilnahme geschieht auf eigene Gefahr.

1156. Sitzung: Urban Gardening als Thema einer gastrosophischen Stadtgeographie

Im Rahmen der Vortragsreihe:
Landwirtschaft und Ernährung

Prof. Dr. habil. Harald Lemke, Internationales Forum Gastrosophie

Urban Gardening als Thema einer gastrosophischen Stadtgeographie

14.01.2016

Ein neues Gespenst geht um: die kultivierte Liebe zum Gemüse, eine urbane Landlust in Gestalt des politischen Gärtnerns. Ausgerechnet Städter sind dabei, die Landwirtschaft und den Eigenanbau von lustigem Gemüse neu zu entdecken. Wissen die neuen Stadtwirte von der Rebellion der Landwirte in der so genannten Dritten Welt? Nach wie vor sind bäuerliche Kleinproduzenten, Landarbeiterinnen und ländliche Entwicklung kein beliebtes Thema der städtischen Öffentlichkeit. Das könnte sich in Zukunft ändern. Und zwar mithilfe der Präsenz der urbanen Nachbarschafts- und Gemeinschaftsgärten. Denn die ›commonistische‹ Eigenproduktion
von nachhaltigen, biodiversen und demokratischen Lebensmitteln ist eine der politischsten Aktivitäten der Gegenkultur. Sie setzt inmitten des städtischen Lebens eine permanente Demonstration und Revolution für einen anderen Umgang mit Essen in Szene: Das ›Avant-Gardening‹ führt allen vor, wie leicht stadtgestaltende, polis-basierte Arbeit sein kann und wie einfach die Kultur eines ethisch guten Essens funktioniert.

Der Vortrag von Dr. Marit Rosol, Universität Frankfurt am Main, „Vom Lande in der Stadt: Urban Gardening“ muss leider entfallen. Wir freuen uns mit Harald Lemke einen lokalen Akteur für die Abendgestaltung gewonnen zu haben.

Ort Geomatikum, Hörsaal 1, Bundesstr. 55, 20146 Hamburg.
Zeit 18 Uhr bis 19.00, bzw. 19.30 Uhr.

Der Eintritt zum Vortrag ist kostenlos. Gäste sind herzlich willkommen!
Die Teilnahme geschieht auf eigene Gefahr.

1155. Sitzung: Wissen, wo’s herkommt: Transparenz und Moral der Herkunft von Fleisch und anderen Lebensmitteln

Im Rahmen der Vortragsreihe:
Landwirtschaft und Ernährung

Prof. Dr. Ulrich Ermann, Universität Graz

Wissen, wo’s herkommt: Transparenz und Moral der Herkunft von Fleisch und anderen Lebensmitteln

 
03.12.2015

Ob etwas im moralischen Sinn ein „gutes“ Essen ist, wird häufig mit der Herkunft des Essens bzw. seiner Vorprodukte in Verbindung gebracht. Kritische Konsumentinnen und Konsumenten legen Wert darauf zu wissen, wo die Lebensmittel herkommen, die sie kaufen und essen. Doch was bedeutet das konkret? Was hat die Herkunft mit der Qualität und mit der moralischen Bewertung zu tun? Was ist eine „gute“ und was eine „schlechte“ Herkunft? Und wie wird die vielfach eingeforderte „Transparenz“ erzielt? Der Vortrag geht diesen Fragen anhand konkreter Beispiele nach, wobei der Schwerpunkt auf in deutschen und österreichischen Supermärkten erhältlichen Lebensmitteln und insbesondere Fleisch- und Wurstwaren liegt. Es werden verschiedene Formen der „Transparenz“ und der Herstellung von Verbindungen zwischen Fleischkonsum und der Haltung und Schlachtung von Tieren betrachtet, darunter diverse Kennzeichnungssysteme (Labels, Zertifikate), „Gläserne Fabriken“ und „Erlebnis-Touren“. Vor diesem Hintergrund werden auch grundsätzliche Fragen zum Mensch-Tier-Verhältnis sowie zum Massenkonsum und zur industriellen Massenproduktion und
ihren Alternativen aufgeworfen.

Ort Geomatikum, Hörsaal 1, Bundesstr. 55, 20146 Hamburg.
Zeit 18 Uhr bis 19.00, bzw. 19.30 Uhr.

Der Eintritt zum Vortrag ist kostenlos. Gäste sind herzlich willkommen!
Die Teilnahme geschieht auf eigene Gefahr.

1154. Sitzung: Nach der Reform ist vor der Reform: die Entwicklung der gemeinsamen Agrarpolitik der EU

Im Rahmen der Vortragsreihe:
Landwirtschaft und Ernährung

Prof. Dr. Peter Weingarten, Thünen-Institut Braunschweig

Nach der Reform ist vor der Reform: die Entwicklung der gemeinsamen Agrarpolitik der EU

 
19.11.2015

Die Agrarpolitik wurde in den letzten Jahrzehnten grundlegend reformiert: von einer einkommensorientierten und marktverzerrenden Agrarpreispolitik hin zu einer wettbewerbsorientierten Politik mit direkten, Flächengebundenen Einkommenstransfers und Maßnahmen zur Förderung ländlicher Räume. Die jüngste Reform, die gerade umgesetzt wird, soll die Agrarpolitik grüner und gerechter machen. 2017 will die EU die Agrarpolitik einer Überprüfung unterziehen. Wie ist die jüngste Agrarreform aus wissenschaftlicher Sicht zu beurteilen und wie geht es weiter mit der Agrarpolitik?

Ort Geomatikum, Hörsaal 1, Bundesstr. 55, 20146 Hamburg.
Zeit 18 Uhr bis 19.00, bzw. 19.30 Uhr.

Der Eintritt zum Vortrag ist kostenlos. Gäste sind herzlich willkommen!
Die Teilnahme geschieht auf eigene Gefahr.

1153. Sitzung: Strukturprobleme der Landwirtschaft in Nordostdeutschland

Im Rahmen der Vortragsreihe:
Landwirtschaft und Ernährung

Prof. Dr. Helmut Klüter, Universität Greifswald

Strukturprobleme der Landwirtschaft in Nordostdeutschland

 
05.11.2015

Die Landwirtschaft im Nordosten ist durch Betriebe geprägt, die im Durchschnitt mehr als sechsmal größer als die westdeutschen sind. Dahinter steht eine neofeudale Besitzverteilung: Eine geringe Zahl von Betrieben mit mehr als 1.000 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche steht einer weit größeren Zahl von Klein- und Kleinstbetrieben gegenüber. Auch die Viehwirtschaft ist zu über 90% der Bestände von agrarindustriellen Großbetrieben geprägt. Sie zahlen Löhne, die zu den niedrigsten in Deutschland gehören und investieren vergleichsweise wenig. Das hat drastische Auswirkungen auf ihr Produktionsspektrum und auf die Entwicklung ländlicher Räume. Die städtische Nachfrage nach hochwertigen Lebensmitteln wird von der Agrarindustrie
kaum berücksichtigt. Damit sind Kollisionen mit der ökologischen Landwirtschaft, mit dem Tourismus und anderen Wirtschaftsbereichen vorprogrammiert. Diese Entwicklung soll nachgezeichnet und in ihren Folgen für das zukünftige Verhältnis von Stadt und Land analysiert werden.

Ort Geomatikum, Hörsaal 1, Bundesstr. 55, 20146 Hamburg.
Zeit 18 Uhr bis 19.00, bzw. 19.30 Uhr.

Der Eintritt zum Vortrag ist kostenlos. Gäste sind herzlich willkommen!
Die Teilnahme geschieht auf eigene Gefahr.

1152. Sitzung: Tierra, justicia y libertad: Unrecht, Empörung und neue soziale Bewegungen im ländlichen Raum Lateinamerikas

Im Rahmen der Vortragsreihe:
Landwirtschaft und Ernährung

Prof. Dr. Florian Dünckmann, Universität Kiel

Tierra, justicia y libertad: Unrecht, Empörung und neue soziale Bewegungen im ländlichen Raum Lateinamerikas

 
22.10.2015

Der Vortrag thematisiert die enge Verbindung von Landbesitz und politischer Macht in Lateinamerika. Viele Muster der sozialen Ungleichheit und Ausbeutung haben ihren Ursprung in kolonialen Strukturen, die sich über die Jahrhunderte seit der Unabhängigkeit immer wieder reproduziert haben. In den letzten Jahren sind allerdings viele neue soziale Bewegungen entstanden, die dieses post-koloniale Unrecht in Frage stellen
und aufbrechen wollen. Wenn diese Gruppen mit Forderungen nach einer Landreform auftreten, dann geht es dabei nicht allein um eine Umverteilung des Landeigentums, sondern immer auch um grundsätzliche Fragen der Gerechtigkeit, der Anerkennung und der politischen Teilhabe.

Ort Geomatikum, Hörsaal 1, Bundesstr. 55, 20146 Hamburg.
Zeit 18 Uhr bis 19.00, bzw. 19.30 Uhr.

Der Eintritt zum Vortrag ist kostenlos. Gäste sind herzlich willkommen!
Die Teilnahme geschieht auf eigene Gefahr.